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Continuity Irish Republican Army
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Die Continuity Irish Republican Army (dt.: âFortbestehende irisch-republikanische Armeeâ; irisch: offiziell Ăglaigh na hĂireann, inoffiziell An tIRA LeanĂșnach) (CIRA; auch bekannt als Contos) ist eine irisch-republikanische paramilitĂ€rische Organisation, die 1986 aus einer Spaltung in der Provisional IRA entstand. Ihre AnhĂ€nger sehen sie als die nationale Armee einer 32 Grafschaften umfassenden Irischen Republik an. Sie ist eine illegale Organisation in der Republik Irland und wird im Vereinigten Königreich, in der EU und den Vereinigten Staaten als terroristische Vereinigung gefĂŒhrt. Sie verfolgt wie die IRA das Ziel, Irland als sozialistische Republik wiederzuvereinigen.
Wie alle anderen Organisationen, die sich selbst als die IRA bezeichnen, weisen sich die Continuities in öffentlichen Bekanntmachungen und intern als Ăglaigh na hĂireann (âFreiwillige Irlandsâ) aus, diesen irischen Titel tragen jedoch auch die Irish Defence Forces (die irische Armee).
Contents
âą Ursprung
⹠AktivitÀt
âą Einzelnachweise
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Ursprung
IRA General Army Convention 1986
Die CIRA hat ihren Ursprung in einer Spaltung der Provisional IRA. Im September 1986 hielt die Provisional IRA ein Treffen ihrer General Army Convention (GAC) ab. Dieses Gremium ist die oberste AutoritĂ€t der Organisation. Es war die erste GAC in 16 Jahren. Die Versammlung, die wie all solche Treffen geheim war, wurde einberufen, um ĂŒber eine Reihe von Resolutionen zu diskutieren. Es ging vor allem um die Provisional-IRA-Statuten, die sich mit dem Abstentionismus beschĂ€ftigten, also mit dem Verzicht gewonnene Sitze im DĂĄil Ăireann einzunehmen.cite-ref-1[1] Die GAC billigte Schritte (mit der notwendigen 2/3 Mehrheit), die Mitgliedern der Provisional IRA erlaubte, ĂŒber das Einnehmen von parlamentarischen Sitzen sowie ĂŒber die Abschaffung des Verbotes zu debattieren, das Mitgliedern der Organisation untersagt irgendeinen erfolgreichen republikanischen Kandidaten zu unterstĂŒtzen, der seinen Sitz im DĂĄil Ăireann einnimmt.cite-ref-2[2]cite-ref-3[3]
Die Delegierten der GAC, die gegen eine VerĂ€nderung der Statuten waren, behaupteten, dass die Versammlung âdurch die Schaffung von neuen IRA Organisationsstrukturen fĂŒr das Treffen, wie z. B. die Zusammenlegung von Sligo-Roscommon-Longford und Wicklow-Wexford-Waterfordâ manipuliert worden sei.cite-ref-4[4] Das einzige IRA-Gremium, das dieser Sichtweise zustimmte, war die scheidende IRA Executive. Die Mitglieder der Executive, die gegen eine VerĂ€nderung waren, schlossen sich zusammen. Sie trafen sich ohne die BefĂŒrworter einer Ănderung und grĂŒndeten eine neue Executive. Sie kontaktierten Tom Maguire, der 1969 die Provisionals legitimierte, und baten ihn um seine UnterstĂŒtzung. Maguire wurde auch von AnhĂ€ngern Gerry Adamsâ aufgesucht, des damaligen PrĂ€sidenten von Sinn FĂ©in, der die treibende Kraft eines Paradigmenwechsels innerhalb der Provisional IRA war. Maguire wies jedoch die AnhĂ€nger von Adams zurĂŒck, da er die Mitglieder der IRA Executive unterstĂŒtzte, die gegen die Ănderung waren. Er ernannte sie zum Continuity Army Council.cite-ref-5[5] In einer ErklĂ€rung aus dem Jahr 1986 hat er die LegitimitĂ€t des Armeerates der IRA wegen der UnterstĂŒtzung von Sinn FĂ©in abgelehnt, da diese die Teilung Irlands anerkenne, wenn sie ins Leinster House einzieht. 1987 bezeichnete Maguire die âContinuity Executiveâ als die ârechtmĂ€Ăige Exekutive der Irish Republican Armyâ.cite-ref-6[6]
Anspruch auf LegitimitÀt
So wie die Provisional IRA nach ihrer Abspaltung von der Official IRA im Jahr 1969, behauptet die Continuity IRA, dass sie die legitime Fortsetzung der Irisch-Republikanischen Armee oder Ăglaigh na hĂireann sei. Dieser Anspruch beruht auf der Ansicht, dass die damals noch lebenden Anti-Vertrags-Mitglieder des Zweiten DĂĄil ihre AutoritĂ€t im Jahr 1938 an den IRA-Armeerat delegierten. Als weitere BegrĂŒndung gilt, dass Tom Maguire, eines der Anti-Vertrags-Mitglieder des Zweiten DĂĄil, in einer ErklĂ€rung die Continuity IRA legitimierte, genau so wie er es 1969 bei den Provisionals machte. J. Bowyer Bell beschreibt in seinem Buch The Irish Troubles Maguires Position im Jahr 1986 wie folgt: âAbstentionismus war und ist ein Grundsatz des Republikanismus, eine moralische Frage von Prinzipien. Abstentionismus gab der Bewegung LegitimitĂ€t, das Recht Krieg fĂŒr eine Republik zu fĂŒhren...â.cite-ref-7[7] Maguire erklĂ€rte demnach die Bewegung unter FĂŒhrung Adamsâ nach klassisch-republikanischer Lesart zu einer illegalen Gruppe. Deshalb versuchte Adams, Maguire fĂŒr sich zu gewinnen, jedoch wurde er abgewiesen.cite-ref-8[8]
VerhÀltnis zu anderen Organisationen
Diese VerĂ€nderungen innerhalb des militĂ€rischen FlĂŒgels der republikanischen Bewegung wurden von VerĂ€nderungen innerhalb des politischen FlĂŒgels begleitet. 1986 wurde auf dem Sinn FĂ©in Ard Fheis (Parteitag), der der IRA Convention folgte, die Parteiklausel des Abstentionismus, die Sinn FĂ©in verbot gewonnene Sitze im Oireachtas, dem Parlament der Republik Irland einzunehmen, ebenfalls aufgehoben. Am 2. November stimmten die 628 Delegierten mit 429 zu 161 dafĂŒr. Die Traditionalisten, die nun auf beiden Versammlungen verloren haben, verlieĂen den Saal im Mansion House und grĂŒndeten im West County Hotel im Norden Dublins eine eigene Partei, Republican Sinn FĂ©in (RSF).cite-ref-9[9]
Laut einem Bericht im Cork Examiner wurde DĂĄithĂ Ă Conaill der erste Stabschef der Continuity IRAcite-ref-cirabomb-10-0[10], sowie auch erster Vorsitzender der RSF 1986 bis 1987. Die Continuity IRA und RSF bilden nach ihrer eigenen Sicht eine âwahreâ republikanische Bewegung.cite-ref-11[11]
Vermutungen ĂŒber eine Verbindung bzw. Zusammenarbeit der Partei Republican Sinn FĂ©in und der Continuity IRA werden von Seiten der Partei jedoch immer wieder zurĂŒckgewiesen. Erst im MĂ€rz 2009 erklĂ€rte der Sprecher von RSF, Richard Walsh aus Derry, Republican Sinn FĂ©in habe keinen militĂ€rischen FlĂŒgel, noch sei die Partei der politische FlĂŒgel irgendeiner anderen Organisation.cite-ref-12[12]
Struktur und Status
Es wird vermutet, dass sich die FĂŒhrung der Continuity IRA in den Gegenden von Munster und Ulster befindet. Der Stabschef sowie eine Reihe anderer wichtiger Mitglieder sollen MĂ€nner aus Limerick sein. Er soll seit 1991 nach dem Tod von DĂĄithĂ Ă Conaill in dieser Position sein.cite-ref-cirabomb-10-1[10] Nach SchĂ€tzungen der US-Regierung aus dem Jahr 2004 besteht der harte Kern der CIRA aus weniger als 50 Aktivisten.cite-ref-13[13] Im Jahr 2005 sagte der damalige irische Justizminister Michael McDowell dem DĂĄil Ăireann, dass die Organisation maximal 150 Mitglieder hat.cite-ref-14[14]
Die CIRA ist auf Grund des Gebrauches von 'IRA' im Gruppenname eine illegale Organisation unter britischem (§ 11(1) des Terrorism Act von 2000) und irischem Recht. Das Gleiche gilt fĂŒr die Real Irish Republican Army (RIRA).cite-ref-15[15]cite-ref-16[16] Die Mitgliedschaft in der Organisation kann unter britischem Recht mit zehn Jahren GefĂ€ngnis bestraft werden.cite-ref-17[17] Am 13. Juli 2004 nahmen die USA die CIRA in die Liste auslĂ€ndischer Terror-Gruppen auf.cite-ref-18[18] Dies macht es fĂŒr Amerikaner illegal die CIRA materiell zu unterstĂŒtzen. Dazu gehört auch, dass die US-Behörden Konten der Gruppe einfrieren können und angeblichen Mitgliedern der CIRA Visa fĂŒr die USA verweigern.cite-ref-19[19] Auch die EU stuft die Gruppe als terroristisch ein.cite-ref-20[20]
Fremde Hilfe und Bewaffnung
Die US-Regierung vermutet, dass die Continuity IRA Gelder und Waffen von UnterstĂŒtzern aus den Vereinigten Staaten erhalten hat. Sicherheitsquellen in der Republik Irland haben den Verdacht geĂ€uĂert, dass in Zusammenarbeit mit der RIRA die Continuity IRA Waffen und Material aus dem Balkan erworben haben könnte. Sie vermuten auch, dass das Arsenal der Continuity IRA einige Waffen enthĂ€lt, die aus Waffenlagern der Provisional IRA stammen. Darunter fallen ein paar Dutzend Gewehre, Maschinengewehre, Pistolen, eine kleine Menge des Sprengstoffes Semtex und ein paar Dutzend ZĂŒnder.cite-ref-21[21]
AktivitÀt
Lange Zeit blieb die Existenz der Continuity IRA geheim. Sie gab weder Pressemitteilungen heraus, noch fĂŒhrte sie paramilitĂ€rische Aktionen durch. Trotzdem hatte die Garda SĂochĂĄna Vermutungen, dass die Organisation existiert, doch waren sie unsicher wie sie heiĂt. Deshalb nannte man sie einfach die âIrish National Republican Armyâ.cite-ref-22[22] Am 21. Januar 1994, dem 75. Jahrestag des ersten DĂĄil Ăireann, fĂŒhrten Freiwillige der Continuity IRA einen âletzten Salutâ fĂŒr Tom Maguire aus. Sie feuerten ĂŒber sein Grab und die CIRA veröffentlichte eine offizielle Mitteilung mit einem Foto in der Zeitung Saoirse.cite-ref-23[23]
Die Continuity IRA wurde, kurz nachdem die Provisional IRA 1994 einen Waffenstillstand erklĂ€rte, aktiv, indem sie ihre Absicht ankĂŒndigte die Kampagne gegen die âbritische Herrschaftâ fortzusetzen. Die CIRA war gegen das Karfreitagsabkommen, und anders als die Provisional IRA (und die Real IRA 1998â2000) hat die CIRA bis heute keinen Waffenstillstand verkĂŒndet oder ihre Zustimmung fĂŒr eine Entwaffnung gegeben â es gibt auch keine Hinweise, dass sie dies in nĂ€chster Zukunft tun wird. In einer zu Ostern 2012 veröffentlichten Stellungnahme der CIRA-Gefangenen heiĂt es, die Mitglieder der Organisation âwerden sich als wahre Republikaner nicht vom Kampf abwendenâ.cite-ref-24[24]
Interne Spannungen
2005 verlieĂen mehrere Mitglieder die Continuity IRA, um die Haftstrafen fĂŒr paramilitĂ€rische AktivitĂ€ten im Portlaoise Prison abzusitzen. Einige lieĂen sich in den GefĂ€ngnistrakt der Irish National Liberation Army verlegen, doch die Mehrzahl von denen, die austraten, sind jetzt unabhĂ€ngig und im E4-Trakt. Die verbleibenden Continuity-IRA-Gefangenen haben sich in den E3-Trakt verlegen lassen, der eigentlich der Trakt der Real-IRA-Gefangenen ist. AnhĂ€nger der FĂŒhrung der Continuity IRA behaupten, dass dies aus einer internen Meinungsverschiedenheit resultierte, die, obwohl sie beigelegt wurde, zu einigen Austritten aus der Organisation gefĂŒhrt hat. UnterstĂŒtzer der abtrĂŒnnigen Mitglieder grĂŒndeten die Concerned Group for Republican Prisoners, um ihnen zu helfen.
Im Februar 2006 behauptete die Independent Monitoring Commission in einem Report ĂŒber paramilitĂ€rische AktivitĂ€ten, dass zwei Gruppen, die sich als Saoirse na hĂireann und Ăglaigh na hĂireann bezeichnen, nach einer Spaltung in der Continuity IRA ins Leben gerufen wurden.cite-ref-imc8-25-0[25]
AnschlÀge und andere VorfÀlle
Die CIRA ist mit BombenanschlĂ€gen und SchieĂereien in Erscheinung getreten. Diese richteten sich unter anderem gegen das britische MilitĂ€r und die Polizei (Police Service of Northern Ireland; PSNI) sowie gegen paramilitĂ€rische Gruppen nordirischer Loyalisten. Es wird vermutet, dass die CIRA seit 2005 in der Lage ist, einen Anschlag in England zu verĂŒben.cite-ref-26[26] Eine Bombe, die im Dezember 2005 in Dublin entschĂ€rft wurde, wird der CIRA zur Last gelegt.cite-ref-27[27] Im Februar 2006 beschuldigte die Independent Monitoring Commission (IMC) die CIRA, dass sie wĂ€hrend des letzten Quartals des Jahres 2005 vier Bomben in Nordirland gelegt hat, sowie mehrere falsche Bombenwarnungen durchfĂŒhrte.cite-ref-imc8-25-1[25] Die IMC verurteilte die CIRA auch fĂŒr die Morde an zwei ehemaligen CIRA-Mitgliedern in Belfast, die eine rivalisierende Gruppe gegrĂŒndet hatten.cite-ref-imc17-28-0[28] Die Continuity IRA ĂŒbernahm die Verantwortung fĂŒr einen Bombenanschlag im Juni 2008, bei dem zwei Polizisten der PSNI verletzt wurden.cite-ref-29[29]
Am 29. Januar 2008 berichtete die Irish News von einem Salut der CIRA am Grab des Republikaners Dan Keating, um seinen 106. Geburtstag zu begehen. Des Weiteren wurde eine Stellungnahme zitiert, in der die CIRA schwört, den bewaffneten Kampf gegen die britische Armee fortsetzen zu wollen.cite-ref-30[30] Die West-Belfaster Zeitung Andersonstown News titelte am 25. November 2008 auf der Titelseite: Wir haben Drogenversteck ausgehoben, erklĂ€rt CIRA. Neben einem Bild eines bewaffneten CIRA-Mitglieds schrieb die Zeitung, die CIRA hĂ€tte erklĂ€rt eine Drogenfabrik in West-Belfast am 15. November geschlossen zu haben, bevor die Polizei eintraf und dasselbe behauptete. Eine ErklĂ€rung der Belfast Brigade der CIRA wurde zitiert, in der die Organisation schrieb, dass die SchlieĂung des Drogenverstecks erst der Anfang sei und in Zukunft verstĂ€rkt gegen Drogendealer in dem Gebiet vorgegangen werden soll.cite-ref-31[31]
Der Oberbefehlshaber der CIRA-Gefangenen in Maghaberry veröffentlichte am 29. Januar 2009 eine Stellungnahme, in der er aufforderte âjene, die sich selbst als Republikaner bezeichnen und gleichzeitig in kriminellen Aktionen, wie âtiger kidnappingâ einzig zum Ziel [individueller] finanzieller Bereicherung, verstrickt sindâ sollen den republikanischen FlĂŒgel des GefĂ€ngnisses verlassen.cite-ref-32[32] Der betroffene Gefangene, Sean Hughes, wurde daraufhin verlegt.cite-ref-33[33]
Am 10. MÀrz 2009 bekannte sich die Organisation zum tödlichen Anschlag auf einen Beamten des Police Service of Northern Ireland.cite-ref-34[34] Mit diesem Attentat kam zum ersten Mal seit ihrer Reformierung ein Mitglied der nordirischen Polizei gewaltsam ums Leben.
Nach den AnschlÀgen im MÀrz kam es zu verstÀrkten AktivitÀten bewaffneter republikanischer Organisationen, die das Karfreitagsabkommen ablehnen. Die Irish News veröffentlichte am 28. Juli 2009 einen Artikel, in dem sie schrieb, dass es allein im MÀrz 2009 insgesamt 79 Bombendrohungen gegeben habe.cite-ref-35[35] Dazu zÀhlt auch die angeblich Schaffung sog. No-go-Areas im County Fermanagh. Im Internet erschien ein Video und ein Bild eines bewaffneten und maskierten Mitgliedes der Continuity IRA bei einer Patrouille durch die nordirische Stadt Armagh City am 13. Juli 2009.cite-ref-36[36]
Am Karfreitag 2014 (18. April) wurde auf einem IndustriegelĂ€nde im Westen von Belfast ein frĂŒheres FĂŒhrungsmitglied der CIRA ermordet. Gegen den 44-JĂ€hrigen soll es Todesdrohungen aus den eigenen Reihen gegeben haben.cite-ref-37[37]
Einzelnachweise
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cite-note-55. â Robert White, RuairĂ Ă BrĂĄdaigh, the Life and Politics of an Irish Revolutionary. 2006. Indiana University Press. S. 310
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cite-note-99. â J Bowyer Bell, The Secret Army, The IRA, Poolbeg, revised third edition, Dublin, 1997, ISBN 1-85371-813-0
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